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Griechenland kostet uns Kopf und Kragen
Dieselbe Ursache zeitigt dieselbe Wirkung. Dieses eherne Gesetz ist universell gültig.

Das mag wohl auch jeder Physiker - einschließlich promovierter Physiker – wissen. Schon im ersten Studienjahr werden Akademikern die Grundwahrheiten der wissenschaftlichen Logik und damit der realen Welt beigebracht. Und ohne einer Übertragung naturwissenschaftlicher Gesetze auf die humane Gemeinschaft zu huldigen, kann man ohne zu zaudern feststellen: Dasselbe Prinzip findet sich auch im sozialen Bereich. Daran soll angesichts der dramatischen Finanzkrise Griechenlands dringend erinnert werden.

Der Ausgangspunkt ist allgemein bekannt, er wurde unzählige Male in den Medien zitiert: Griechenland steht vor dem Staatsbankrott. Der jüngste Brüsseler Gipfel hat zwar noch keine unmittelbare Finanzhilfe der griechischen Regierung angeboten, aber für jeden unmißverständlich erklärt: Wir werden letztendlich mit Griechenland solidarisch bleiben. Über Brüssel schwebte nämlich die Gefahr eines Domino-Effektes: Würde Griechenland fallengelassen - lies: in den Staatsbankrott schlittern ohne einen Rettungsring der anderen Euroländer -, würden Portugal, Spanien und wahrscheinlich auch Italien folgen. Das wäre natürlich das Ende des Euro.

Also versucht wurde ein Kompromiß erzielt. Da die Griechen nur aufgrund falscher statistischer Angaben in die Eurozone hereingelassen wurden und sich nur durch Lug und Betrug in der Euro-Gemeinschaft halten konnten, versucht man nun das Land unter Kuratel zu stellen: Athen wird diktiert, was es zu tun hat - jedoch in einem völlig unrealistischen, unrealisierbaren Rhythmus: Noch in diesem Jahr soll das Defizit von 12,7 Prozent des BIP um vier Prozent reduziert werden. 2012 soll es auf drei Prozent gedrückt werden, das heißt 2011 sollen 6,7 Prozent eingespart werden - beides traumtänzerische, rein utopische Ziele. Kein europäisches Land ist zu einer solchen Leistung fähig. Die Eurominister spielen in ihrer Ratlosigkeit auf Zeit und versuchen das verlorene Vertrauen der in einer Krise befindlichen Finanzmärkte mit illusorischen Zahlen wiederherzustellen und die Lage zu beruhigen. Mundus vult decipi -- die Welt will (offenbar) irregeführt werden

Hilfe aus China für Griechenland?

Aber der erlauchte Kreis der Euroministerpräsidenten vertraut die Umsetzung der lebensnotwendig gewordenen Sanierungsmaßnahmen der griechischen Regierung an. Im Klartext: Der Bock wird zum Gärtner gemacht. Athen hat zwar ein drastisches Sparprogramm verkündet, die griechische Öffentlichkeit - gewöhnt die letzten zwei Jahrzehnte auf Pump und aufgrund der Solidität des Euro zu leben - läuft jedoch empört Sturm gegen die Regierungsmaßnahmen. Die Athener Regierung erklärt zunächst stolz, sie brauche die Hilfe der Euroländer, der EU, der EZB, des IWF nicht, sie werde durch eigene Kraft die Sanierungsoperation durchführen. Inzwischen sickerte auf diskreten Kanälen durch, daß sie in Peking sondiert habe, ob nicht China, mit seinen Billionen-Dollar-Reserven, mit einem massiven Notkredit Hilfe leisten könnte...

Nur, wie gesagt: Dieselbe Ursache zeitigt die selbe Wirkung. Und die eigentliche Ursache der griechischen Krise ist die griechische Mentalität, die sich ein Lebensniveau gestattet, das nicht in Einklang mit der Produktivität des Landes steht und eben nur durch Lug und Trug und auf Kosten gepumpter fremder Gelder aufrecht erhalten werden konnte. Der Aufstand der Straße, die vehemente Ablehnung schon der ersten Sparmaßnahmen, die geballte, den Reformen widerstehende Macht der kommunistisch dominierten, systemgegnerischen Gewerkschaften, die Drohung mit dem Generalstreik, ja mit dem Bürgerkrieg, lassen wenig Hoffnung auf einen Erfolg der Sanierungsoperation aufkommen.

Alle Parteien haben mitgemacht

Und weiter: An dem Jahrzehnte dauernden Riesenbetrug werkelten beide großen politischen Parteien mit -- sowohl Pasok (sozialistisch) wie auch Nea Demokratia (konservativ).Der gegenwärtige Ministerpräsident Georgios Papandreu wußte doch ohne Zweifel von den gefälschten Statistiken Bescheid, zumal er der Außenminister der Euro-Beitrittsregierung (1. Januar 2001) gewesen war, wenn mein Gedächtnis mich nicht täuscht. Und sein familiärer Hintergrund läßt kaum ein besonderes Vertrauen aufkommen. Vater Andreas Papandreu ging während der Diktatur der Militärjunta in den Exil, stand auf den Gehaltslisten der CIA, schwang aber nach seiner Heimkehr und seinem Wahlerfolg, als sozialistischer Ministerpräsident auf eine knallharte antiamerikanische Linie ein. Am Ende versank er ins Lächerliche, als er seiner langjährigen Gattin davonlief und bei der jungen, blonden Stewardess "Mimi" landete.

Die in Brüssel herbeigestotterte halbe Solidarität und das halbe Kuratel sind nichts weiter als versuchter Zeitgewinn. Betrügerische Partner verwandeln sich über Nacht nicht in ehrliche Partner. Die Voraussetzungen für eine reale Sanierung - die Änderung der griechischen Mentalität - sind nicht gegeben und, wie gesagt, dieselbe Ursache zeitigt dieselbe Wirkung. Die Griechen werden weiter betrügen. Früher oder später bricht dann das Gebilde zusammen und eine der Urfehler von Maastricht wird sich rächen: Man hat in die Vertragstexte keinen Mechanismus eingebaut, der Betrug mit Entfernung des betrügerischen Partners aus der Eurogemeinschaft sichern hätte müssen. Helmut Kohl hatte eben wenig Ahnung von der Ethik der Balkanvölker.

Auch in Bezug auf den früher oder später einsetzenden Domino-Effekt gilt dasselbe Prinzip. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann und wie schnell es sich in der Realität durchsetzen wird. Daher wäre im Fall Griechenlands ein kurzer Schreck anstelle eines langen Leidens angebrachter. Der Wurm muß aus dem Apfel, bevor der ganze Apfel verrottet. Dasselbe gilt auch wenn es mehrere Würmer sind.

Ivan Denes
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Von der Leyens Chipkarten-Idee finde ich...


klasse, endlich kriegen arme Kinder auch eine Chance


superklasse, weil ich einen Weg finden werde, das Guthaben in Bier und Zigaretten umzuwandeln


blöd, weil ich arbeiten gehe, Steuern zahle und mein Kind keine Karte bekommen wird


total blöd, weil wir nicht noch mehr Sozialleistungen brauchen


...was für Chipkarten?


...kann man damit auch Google-Streetview schauen?


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