An dieser Stelle veröffentlicht Peter Helmes regelmäßig kritische Kommentare zu Themen, die in den Medien selten, gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden.

 

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Dr. Wolfgang Thüne,  

früherer ZDF-Wetterexperte, ist den Deutschen Konservativen eng verbunden. Er schreibt für unser DEUTSCHLAND-Magazin und veröffentlicht hier regelmäßig seine Kolumne „Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde“. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen.
 

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Verbissene Windrad-Ideologie 60 t-Flügel abgebrochen, aber Ideologie-Soll erfüllt

  

Peter Helmes

 

„Ideologie macht blind.“ An diese Erkenntnis fühlt sich erinnert, wer die Reaktion der rheinland-pfälzischen Regierung und der Behörden auf den Bruch eines 60-Tonnen-Windradflügels beleuchtet. (Zur Verdeutlichung: 60 t entsprechen etwa dem Gewicht zweier beladener Mammut-LKW.) Ein 60 Tonnen-Gewicht flog also aus über 100 m Höhe zu Boden! Zum Glück wurde niemand erschlagen. Fachleute gehen davon aus, daß etliche Windräder durch ähnliche Brüche gefährdet sind. Aber was macht die zuständige Landesregierung in Mainz?

 

Sie macht einfach weiter – nach dem Motto, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Sonst überall in ähnlichen Fällen mit „sofortiger Stilllegung“ bei der Hand, dürfen sich die Mega-Flügel weiterdrehen – trotz der öffentlichen Empörung. Ein Eigenheimbesitzer, von dessen Haus etwa ein Bauteil unkontrolliert abbräche und auf eine öffentlich zugängige Fläche stürzte, müßte sogleich mit behördlichem Einschreiten, sofort umzusetzenden Auflagen sowie juristischen Folgen rechnen. Nicht so die Verantwortlichen in diesem Windrad-Unfall: Sie zeigen sich verblüfft ob dieses unerhörten Ereignisses, das nach ihrer Einschätzung doch niemals hätte eintreten dürfen. Jetzt wollen sie die Unfallursache herausfinden lassen, derweil sich ähnliche Windräder fröhlich weiterdrehen dürfen.

 

Sofortiger Stopp nötig, aber die Politik duckt weg

Es ist unglaublich: An der beschädigten Anlage wurden gravierende Materialfehler entdeckt. Bei auch nur annähernd vergleichbaren Gefährdungen durch fehlerhafte Teile in Kraftfahrzeugen oder an Haushaltsgeräten käme es zu spektakulären Rückrufaktionen oder Betriebsverboten. In Rheinland-Pfalz gehen die Uhren offenbar anders: Sowohl das in der SWR-Landesschau dokumentierte unbeholfene Achselzucken eines für die WEA-Genehmigungen zuständigen Verwaltungsbeamten über den Absturz jenes 60 Meter langen und 60 Tonnen schweren Flügels als auch die mit rot-weißen Plastikbändern abgesperrte Gefahrenzone führen uns Bürgern mal wieder klar vor Augen: Das "Recht" ist hierzulande auf der Seite derjenigen, die mit viel Geld große Macht auszuüben vermögen. Denn niemand an politisch verantwortlicher Stelle traut sich, bis zur einwandfreien Klärung des Rotorabbruchs einen Stopp aller Windräder anzuordnen – obwohl die konkrete Gefahr jetzt offensichtlich geworden ist! Viel zu groß ist die Angst der Regierenden vor mutmaßlichen Regreßforderungen der Windindustrie.  

 

Seit dem letzten Sommer gab es in Deutschland mehr als ein halbes Dutzend Windrad-Havarien, vom Getriebebrand bis zum vollständigen Mastbruch. "Zum Glück", so hieß es stets lapidar, "kamen keine Personen zu Schaden." Rechtliche Konsequenzen aus der lebensbedrohlichen Fahrlässigkeit der jeweiligen Betreiberfirmen wurden nirgends bekannt. (Über die Unmengen von "versehentlich" aus Windgeneratoren ausgetretenen und im Boden versickerten Chemikalien dringt sowieso nichts an die Öffentlichkeit.)  

 

Das skandalöse Ausmaß der von solch riesigen Windrädern ausgehenden Gefahrenvielfalt wird mal wieder ignoriert, beiseite gewischt oder unter den politischen Teppich gekehrt: Barbarischer Tiermord durch Schreddern der „Flugobjekte“ (Vögel, Fledermäuse etc.), Eisabwurf, Schattenschlag, nervenschädigende Blinkfeuer, brutale Lärmemissionen, schwer krank machender Infraschall und optische Bedrängungen durch viel zu geringe Abstände zu Wohnorten und Lebensräumen werden offenbar nicht zur Kenntnis genommen oder gar geleugnet. Und das alles bei einer grandiosen Geringfügigkeit des Windstromanteils von gerade einmal 1,3 Prozent am Primärenergieverbrauch in Deutschland!  

 

Während der abgebrochene und hinabgeschmetterte Rotorflügel noch wie eine makabre Neujahrsbotschaft der apokalyptischen Windmüllerei auf einem Acker bei Gerbach/Pfalz liegt, leiert Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihrer Neujahrsansprache vor dem Teleprompter eine so altgewohnte wie landestypische "Friede-Freude-Eierkuchen"-Lobpreisung daher. Das erinnert fatal an „Problem-Bär“ Kurt Beck, der stets dann am lautesten sprach – und am meisten Geld rauswarf – wenn es um Dinge ging, von denen er keine Ahnung hatte. Nun also Dreyer: Kein Wort über die auch ihr durchaus bekannten Sorgen Zigtausender Bürger, die unter dem Windräder-Wahnsinn wahrhaftig leiden. Und keine mitleidsvolle, verstehende oder gar bedauernde Silbe zu der vielerorts in Rheinland-Pfalz schon jetzt flächendeckenden Landschaftszerstörung durch die kaum noch zählbaren, planlos aufgestellten Windindustrieanlagen.  

 

Kein Wort auch über das politisch angezettelte Verlagern der Entscheidungsebene für Windindustriestandorte auf die unterste kommunale Ebene. Und kein Wort zu dem täglich wachsenden volkswirtschaftlichen Schaden durch die völlig falsch organisierte Energiewendepolitik in Rheinland-Pfalz samt ihrer paranoiden Überbewertung der Windenergienutzung.  

 

Ideologisch verblendete EEG-Politik

Bürger fragen besorgt, Politiker schweigen beredt – das ist die Situation. Abgespeist werden kritische Bürger mit dem Hinweis auf eine „alternativlose Energie-Politik“, die wir u. a. dem „beherzten Eingreifen“ unserer Kanzlerin zu verdanken haben. Derweil wächst die Angst in der Bevölkerung. Die Menschen fühlen sich von der rasant wachsenden Zahl dieser Monsterräder bedroht – wie erst jüngst das „Bündnis Energiewende für Mensch und Natur“ warnte. Diese und ähnliche sind Bürgerinitiativen für die Menschen, die zunehmend eine menschenverachtende „grüne Ideologie“ satthaben und den Menschen wieder in den Vordergrund rücken. Sie und ihre Gleichgesinnten übernehmen damit Verantwortung für ihre Mitbürger, die vielerorts aus durchsichtigen Finanzaspekten – Einnahmen-Erwartung der Kommunen durch Windräderbetrieb – über die realen Folgen dieser im doppelten Sinne des Wortes „überdrehten“ Politik getäuscht werden.  

 

Kaltblütige Zerstörung unserer Lebensgrundlagen

Es ist höchste Zeit, über die Dummheit und ideologische Verblendung einer Energiewendepolitik aufzuklären, die unter dem längst als fadenscheinige Schimäre entlarvten Deckmantel des Klimaschutzes unsere Lebensgrundlagen zerstört. Nie zuvor wurde mehr elektrische Energie aus Cattenom und Fessenheim (Frankreich) in die hiesigen Stromnetze eingespeist. Erforschung und technische Entwicklung anderer regenerativer Energiequellen wurden (nicht nur) in Rheinland-Pfalz zugunsten einer riesig überproportionalen WEA-Förderung vernachlässigt und zurückgestellt. Und das soll eine „Energiewende“ sein?

Dies alles ereignet sich und geschieht für sage und schreibe 1,3 Prozentanteile am gesamten deutschen Primärenergieverbrauch! Wohin soll uns dieser wahnwitzige politische und “öko“-ökonomische Irrsinn denn letzten Endes noch führen? Und: Welchen Preis hat diese vermeintlich „grüne“ Katastrophe? Es ist höchste Zeit, daß wir aufwachen und diese Politiker aus ihren Ämtern wählen. Die Natur soll dem Menschen dienen, nicht der Mensch der Natur.  

 

7. Januar 2014