An dieser Stelle veröffentlicht Peter Helmes regelmäßig kritische Kommentare zu Themen, die in den Medien selten, gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden.

 

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Dr. Wolfgang Thüne,  

früherer ZDF-Wetterexperte, ist den Deutschen Konservativen eng verbunden. Er schreibt für unser DEUTSCHLAND-Magazin und veröffentlicht hier regelmäßig seine Kolumne „Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde“. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen.
 

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Konservative Kommentare März 2013

Liebe Leser,

an dieser Stelle veröffentliche ich jeden Monat meist kritische und bissige Kommentare – aus konservativer Sicht versteht sich – zu Themen bzw. Vorgängen, die in den Medien selten oder gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden. Ich freue mich stets über Kritik und Anregungen, die Sie mir direkt (Peter.Helmes@t-online.de) zusenden können.

 

Habemus Papam.....und einen erbärmlichen öffentl. rechtl. Rundfunk

Ja, wir haben einen neuen Papst. Sein Name könnte Programm sein: Franziskus. Nichts Genaues  wissen wir aber noch nicht. Was wir aber jetzt auch wissen: Wir haben einen erbärmlichen öffentlich-rechtlichen Rundfunkt. Die Berichterstattung über die Papstwahl aus Rom war eine einzige Blamage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Da sonderte der nach Rom entsandte ZDF-Chefredakteur (!) Peter Frey nichtssagende Sprechblasen ab der Güteklasse „Da ist weißer Rauch. Gleich werden wir wissen, wer der Neue ist“, oder: „Hier stehen viele Menschen und Pilger und warten…“ usw. Darüber könnte man noch hinwegsehen. Skandalös war jedoch seine mehrmals getätigte Ansage: „Heute Abend haben wir zwei  Höhepunkte: Das Ergebnis der Papstwahl und das Spiel Arsenal London gegen Bayern München. Hoffentlich erfahren wir rechtzeitig das Ergebnis aus dem Konklave, dann schalten wir sofort um zum Fußball…“ Ich traute meinen Ohren nicht: Zwei abendliche „Höhepunkte“ – ein Fußballspiel versus Papstwahl. Tiefer kann eine Berichterstattung nicht sinken. Wenn man aber weiß, daß Peter Frey sich seine ersten journalistischen Sporen bei der Frankfurter Rundschau und der „Zeit“ verdient hat, wird vieles klarer.

 

Aber dann: Der ebenfalls öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk (DLF) setzte noch eins drauf: Der neue Papst war kaum gewählt, da fuhr der DLF die üblichen Papstkritiker auf – von Hans Küng über Göring-Eckardt, Wolfgang Thierse und Alois Glück bis hin zu Julia Klöckner (die letzten drei auch Mitglieder des ZK der Deutschen Katholiken). Ein Vertreter der Papst-Befürworter in Gestalt Bischof Ackermanns kam erst am nächsten Tag zu Wort. Küng merkte man an, daß er die Wahl dieses Papstes noch nicht so recht einordnen und „verdauen“ konnte. Er faselte in etwa so: „Ich hatte mir keinen Reaktionär erhofft…Ich bin von der Person des neuen Papstes überrascht…und: Er hat das Format für Reformen…“ Bla, bla.

Julia Klöckner erhoffte sich gleich vom Papst „Modernisierung. Dazu gehören für mich das Diakonat der Frau und die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Eucharistie…“ Eine besondere Diskussions-Innovation brachte die in Religionsfragen hochkompetente Frankfurter Rundschau, die „…Pluralität und Geschmeidigkeit in Fragen der Glaubens- und Sittenlehre“ anmahnte – „Tugenden“, die sie füglich „aufgrund von Bergoglios bisherigen Einlassungen und seiner Nähe zur innerkirchlich konservativen Bewegung bezweifelt“… „Geschmeidigkeit“ in Religionsfragen? Ein gewiß abstruses Beispiel journalistischer Kunst.

 

Ein Einschub, ganz ohne Papst: Zur Borniertheit des öffentlich-rechtlichen Dudelfunks hier ein neuer Beweis: Obwohl die neue Partei „Alternative für Deutschland“ noch gar nicht gegründet ist, weiß die Tagesschau schon, daß sie „rechtsextrem“ sei (16.3.). Untadelige – wenn auch politisch durchaus umstrittene – Persönlichkeiten wie Prof. Henkel, Prof. Schachtschnabel, Prof. Lucke etc. in die rechtsextreme Ecke zu stellen, beweist nur eines: Wer nicht auf der politisch korrekten, also „richtigen“ Seite steht, ist per se rechtsradikal. Ja warum nicht gleich ein „Nazi“? Und solche Sender wollen uns über Glaubensprobleme belehren?

 

Zurück zum Papst: Wie schaffen es gewisse Medienmenschen, ein oder zwei Tage nach der Wahl von Papst Franziskus schon ein Portrait dieses Pontifexes abzuliefern, ohne auch nur ein Wort, einen Satz seines zukünftigen Programmes als Papst gehört zu haben? Die Berichterstattung und die Kommentierung aus Rom waren bestimmt keine Sternstunden des Journalismus. Warten wir ab, was die nächsten Tage und Wochen an päpstlichen Botschaften bringen. Erst dann – und nicht eher – darf überhaupt über seine Ziele spekuliert werden. Die jetzt gelieferten „Urteile“ über den neuen Papst verlaufen wie zwischen Beton und Sand: hier der „knallharte, orthodoxe Betonkopf“ (gegen Homo-Ehe, Abtreibung etc.), dort der „Modernisierer, der Anwalt der Armen“. Als ob zwischen diesen beiden Polen keine Verbindung, keine Überbrückung („Pontifex“, lat.: Brückenbauer) möglich wäre! Das eine schließt das andere doch nicht aus. Lassen wir uns von Franziskus überraschen. Da wird sicher manch einer von seinen Illusionen „befreit“ werden. Gott sei Dank!

 

Eines darf festgehalten werden: Die katholische Kirche braucht Reformen – aber nicht des Glaubens (der steht seit 2000 Jahren fest), sondern der Organisation, vor allem der Kurie (Vatikan). Reform in Glaubensfragen? Ja, glaubt denn wirklich jemand, daß die Abschaffung des Zölibats oder die Erlaubnis, Frauen zum Priesteramt zuzulassen oder, oder… auch nur einen einzigen Gläubigen mehr in die Kirche treiben würde? Man braucht sich nur die Situation der protestantischen Kirchen anzuschauen: Dort gibt es keinen Zölibat, und Frauen können ungehindert alle pastoralen Aufgaben übernehmen – bis hin zu Bischöfin. Deren Kirchen sind aber nicht voller, sondern leerer als die katholischen.

 

Das Kernproblem der katholischen Kirche ist eine weit ausgreifende Krise unseres Glaubens. Mangelnder Mut zum offenen Bekenntnis, Nachhecheln hinter dem Zeitgeist, Materialisierung aller Lebensbereiche – da bleibt für Gott kein Platz mehr. Wir sollten uns an die eigene Nase fassen, ehe wir vom Problem ablenkend mit dem dicken Zeigefinger auf den Vatikan zeigen!

 

Was ist heute noch konservativ?

Auf enormen 2/3tel Zeitungsseiten ist am 2.3. (Samstag) ein SZ-Artikel (Süddeutsche Zeitung) erschienen unter der Überschrift "Alleingelassen" und der 2. Überschrift "Was ist heute noch konservativ?“ Alles Geseiche. Eine längere Analyse lohnt sich nicht; es steht absolut nichts Neues drin. Man merkt halt allzu deutlich, wo der Autor hin will. Kein seriöser Journalismus, paßt aber in die SZ eines Herbert Prantl!

 

Der Artikel (Autor: Käppner) ist absolut oberflächlich. Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Käppner versucht (zu offensichtlich), der Definition "konservativ" (s)eine Meinung unterzujubeln. Typisches Beispiel:

 

"...Konservativ sollte es sein, Lebensformen mit Kindern zu fördern und sich nicht das Maul zu zerreißen, wie diese Lebensformen auszusehen haben..."

 

Ja, verflixt, was meint er mit "Lebensformen mit Kindern"? In diesen Begriff passen z. B. auch die adoptierten Homo-Kinder. Mit mir nicht zu machen! Für uns Konservative darf es doch nur die Lebensform "Ehe" geben! (Und wenn sie durch welche Umstände auch immer zerbricht, bleibt doch der Grundsatz "Ehe" bestehen.) Eine homosexuelle "Ehe" kann nach unserer (konservativen) Auffassung nie eine "Ehe" sein.

 

Oder ein anderes Beispiel: "(Konservatismus müßte sich besinnen“…, schreibt Käppner) „…auf unsere Verantwortung in der freien Welt, statt obsoleten Modellen der Wehrverfassung nachzutrauern..." Das ist ein besonders infames Beispiel der Dialektik dieses Autors. Wir sollen uns besinnen auf unsere Verantwortung in der "freien Welt"...und deshalb spiele die Wehrverfassung keine Rolle mehr (oder so ähnlich, meint Käppner). Frage: Wo gibt´s denn heute die Käpplersche "freie Welt"? Und natürlich brauche ich in einer "freien Welt" keine Wehrverfassung. Die brauche ich nämlich da, wo unsere Freiheit oder die Freiheit anderer bedroht ist. Ziemlich verquast das Ganze.

 

Und dann haut uns der Autor zum Schluß noch eine "biblische" Weisheit um die Ohren - wie früher meine Oma: "Kind, paß auf Dich auf". Käppler: "...Konservativ sein, das könnte im Guten bedeuten: einen konstruktiven Standpunkt zu haben, statt einer guten alten Zeit nachzutrauern, die es niemals gab."

 

Wie gesagt, man merkt die Absicht. Jedenfalls mache ich diesen Modernisierungskram nicht mit, auch nicht - nein, erst recht nicht - wenn er von der CDU kommt. Umso angenehmer ist der Kommentar, den mir Wolfgang Thüne, promov. Philosoph und „Wetterfrosch“, gestern zu dieser Frage zukommen ließ:

„Konservativ ist aktiver lebensbejahender Schöpfungsschutz. Konservativ sein ist für mich das Natürlichste auf der Welt. Es ist eine Verpflichtung, die sich aus der biblischen Schöpfungsgeschichte ergibt und als ewige Verpflichtung gilt. Als Gott sah, daß sein Werk gelungen war und optimal funktionierte, stellte er den Menschen in die Natur mit dem Auftrag, die Schöpfung zu bewahren - die Erde zu bebauen, zu hegen und zu pflegen.

 

Das Leben war von Beginn abhängig von der Sonne. Damit deren Energie gleichmäßig über das Erdenrund verteilt werden konnte, schied Gott Tag und Nacht und stellte die Erdachse schief. Damit schuf er die Jahreszeiten, an die sich alles Leben anpaßte. Auf der Erde entwickelte sich eine Lebensvielfalt ohnegleichen.  

 

Das lateinische Wort ‚conservare‘ bedeutet bewahren, erhalten, retten. Dazu muss man die Naturgesetzlichkeiten ebenso akzeptieren wie die Vergänglichkeit. Die Zeit flieht. Alles ist in Bewegung. Alles fließt. Nichts ist statisch. Alles ist dynamisch. Nichts ist gleich. Nichts ist im Gleichgewicht. Konservative sind keine Agenten des Stillstandes! Das Gegenteil ist wahr! Konservative lieben das Leben in all seiner außerordentlichen Schönheit und Vielfalt. Sie sind Feinde der Monotonie, von Eine-Welt-Bewegungen.

 

Konservative stehen aktiv im Leben, bejahen es und fügen sich in die natürlichen Lebenszyklen ein. Sie wollen nicht die Natur anhalten, streben kein völlig unnatürliches „Gleichgewicht“ an, denn Gleichgewicht bedeutet Bewegungslosigkeit, Stillstand, ja Tod. So betörend schön auch die Parole „ökologisches Gleichgewicht“ klingen mag, nur Ungleichgewicht garantiert die Vielfalt des pflanzlichen und tierischen Lebens, die Vielfalt des Wetters, die Vielfalt der Völker und Kulturen. Konservative sind tolerant. Sie sind Garanten für Freiheit und Würde des Menschen. Sie bejahen den Fortschrift, verneinen aber ideologischem Größenwahn und Intoleranz.“

 

SZ gegen Thüne: Manipulation versus schlichte Wahrheit! Intoleranz versus Toleranz! Ecco!

 

Igittigitt, Pferdefleisch!

Noch so´n Thema, das man auch unter christlichen Aspekten behandeln darf: der Pferdefleisch-Skandal. Wirklich? Skandalös daran ist der Betrug der Verbraucher durch falsche Etikettierung, also ein klarer „Etiketten-Schwindel“. Es ist Betrug – aber dadurch wird das (gesunde) Pferdefleisch nicht zum „Schweinefraß“. Die öffentliche Debatte wird aber nach dem Motto geführt: Wir werden vergiftet. Als ob dort minderwertiges Fleisch verwendet wurde. Die Sau, die jetzt durchs Dorf getrieben wird, heißt Pferd. Und jeder ordentliche Pferdemetzger wird in Mithaftung genommen.

 

Bizarr, ja unwürdig, wird die Diskussion über das falsch etikettierte Pferdefleisch aber, wenn die versammelte Medienmeute über den CDU-Politiker Hartwig Fischer herfällt, weil der es gewagt hatte, den Vorschlag zu machen, diese Lebensmittel könnten doch den Armen und den „Tafeln“ angeboten werden. Ein Sturm der Entrüstung der „Anständigen dieses Landes“ brach über Fischer herein, als ob er Euthanasie-Produkte verteilen wollte. Man nimmt den Menschen, die Fischer meint, nicht die Würde, sondern man bietet ihnen Hilfe an. Sie können selbst entscheiden, ob sie sie annehmen. Von Zwang oder Vorschrift war nie die Rede. Sie müssen es nicht essen, aber sie können. Mag der Hinweis auch platt klingen: In vielen Ländern dieser Erde verhungern Menschen. Sie wären froh, wenn sie wenigstens ein paar Happen dieses „Schweinefraßes“ bekommen könnten. Wir sind arrogant geworden. Der „Anspruchsstaat“ hat die Bürger, die er verdient – nämlich die, die Ansprüche stellen, weil es „mir ja zusteht“.

 

Schweizerische „CDU“: Anpassung an den Zeitgeist

Nach 150 Jahren verloren die Christdemokraten der CVP (Schwesterpartei der CDU) am 3. März ihre bisherige absolute Mehrheit im Kanton Wallis. Eine ähnliche Entwicklung gab es zuvor schon im Kanton Basel, im Kanton Solothurn und anderen Regionen. Seit dem Jahr 2001 verlor die CVP im Wallis 13 Mandate (von 74 auf 61), am 3.3. gleich 7 Sitze.

Die SVP (Schweiz. Volkspartei des allseits bekämpften Dr. Blocher) vergrößerte ihre Mandatszahl bei der März-Wahl um 190 Prozent zur vorherigen.

Die Entwicklung in Holland und Belgien ist ähnlich. Wann fängt die CDU an, darüber nachzudenken? Die SVP kämpft dezidiert gegen den Zeitgeist, die CVP versucht sich anzubiedern. Die CDU…(?)

 

Neue Personenstands-Erfassung

Aus dem Innenministerium erhielt ich einen vertraulichen Hinweis zu der geplanten Änderung der Personenstands-Erfassung, den ich aber noch nicht prüfen konnte. Deshalb erfolgt hier eine Vorschau ohne jegliche Gewähr. Das neue Formular unterscheidet sich zu dem bisherigen vor allem durch die Prioritätensetzung bei den einzelnen Fragen und die stringente „Gender-Ausrichtung“:

 

Personenstand des Menschen

(früher „Mann/Frau“): Name, Vorname….

o  weiblich

o  männlich

o  ohne Angabe

o  Geburtsdatum und –Ort: …

Hausstand

(bisher „Familienstand“):

o  allein lebend

o  in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft

o  in Mehrfach-Partnerschaft

o  (noch in): o  Ehegemeinschaft

                     o  gleichgeschlechtlich             o  hetero

o  Kind(er): ….(Zahl)

                    o eigene…

                    o adoptierte…

Beruf:

o  Hartz (Stufe):…

o  arbeitend    o  angestellt      o  selbständig      o  Rente/Pension

Religiöses Bekenntnis:

o  ohne

o  kirchlich (o  buddhistisch,  o  hinduistisch,   o  jüdisch,   o  protestantisch,  o  röm.kath,   o  andere:.)

Weitergabe dieser Informationen:

O  ja, erlaubt

O  ja, erlaubt, aber nur an polit. korrekte Institutionen

O  nein

 

Ich weiß nicht, ob´s so kommt, aber es wäre denkbar – dank Gender Mainstreaming.

 

Liebe Freunde, das mag für heute genügen. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, einen schönen Frühling, eine besinnliche Karwoche, ein gesegnetes Osterfest und uns allen eine bessere Politik.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Peter Helmes  

 

P. S.:

Auf meine Kommentare erhalte ich immer wieder z. T. herzerfrischende Reaktionen (natürlich auch Kritik). Hier ist eine, über die ich mich besonders gefreut habe. John Sm., Berlin, schreibt in seinem Internet-Dienst in übergroßen Lettern:

 

„Hilfe, der Helmes denkt kritisch! Kann die CDU ihn nicht ´mal verbieten?“

(Habe die Ehre! Hat mich gefreut. P. H.)

18.03.2013

 

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