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Offener Brief an den neuen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle
Dr. Gustav Krüger, der Autor des Buches „Energie – was jeder darüber wissen muß“ und Vorsitzender des Rates der Ältesten der DEUTSCHEN KONSERVATIVEN e.V. hat einen offenen Brief an den Wirtschaftsminister verfasst. Er schlägt vor, jetzt die notwendige Wende in der Energiepolitik einzuleiten. Ob die neue Regierung dazu in der Lage ist?

Sehr geehrter Herr Minister!

Nachfolgend übersende ich Ihnen eine Stellungnahme zur Energiepolitik. Dazu habe ich eine Bitte: Daß Sie es lesen.

Wirtschaftspolitik heißt auch Energiepolitik

Bezahlbare Energie ist ein Grundpfeiler des Industriestandortes Deutschland. Ich war fast 10 Jahre lang Geschäftsführer eines mittelständigen Unternehmens, und weiß, wovon ich spreche.

Erneuerbare Energien, wie Wind- und Solarkraft, sind hoffnungslos unwirtschaftlich. Sie müssen subventioniert werden.
Subventionen sind Gift für die Wirtschaft.

Erneuerbare Energien sind nicht bedarfsgerecht verfügbar. Strom muß erzeugt werden, wenn er gebraucht wird, und nicht, wenn gerade die Sonne scheint.

Wirtschaftliche Betrachtung

1. Jedes Solarkraftwerk muß auf die maximale Sonnenstrahlung konstruiert sein. Diese ist nur an einem einzigen Tag im Jahr, am Tag der Sommer-Sondenwende verfügbar, und zwar um die Mittagsstunde. Für die ganze übrige Zeit im Jahr ist ein Solarkraftwerk überdimensioniert und daher zu teuer.

2. Im Tagesdurchschnitt kann ein Solarkraftwerk nur 16 % der installierten Leistung erbringen. Ein Kraftwerk, das nur zu 16 % nutzbar ist, ist hoffnungslos unwirtschaftlich.

3. Solarkraftwerke sind Ressourcenverschwender.
Beispielsweise benötigen sie etwa die 50-fache Menge an wertvollem Kupfer, im Vergleich zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk der gleichen installierten Leistung.

4. Für die Zeit, in der keine Sonne scheint, werden konventionelle Kraftwerke benötigt. Diese müssen dauernd, auch am Tag, mit verminderter Leistung, also unwirtschaftlich, mitlaufen. Alle Kosten dafür müssen betriebswirtschaftlich den Erneuerbaren zugerechnet werden.

5. Die Speicherung von etwaigem überschüssigem Solarstrom ist teuer. Ein Pumpspeicherwerk liefert wegen der Wirkungsgrade der technischen Komponenten (Pumpen, usw. nur 25 % (!) der eingespeisten Energie zurück.

Ähnliche Überlegungen gelten analog für die Windkraft.

Die regenerative Stromerzeugung steht z.B. in Konkurrenz zu Erdgas. In den in Frage kommenden Ländern kostet es so gut wie nichts, es wurde bisher abgefackelt. Eine Erdgasmenge mit dem gleichen Energieinhalt wie 1 Liter Benzin kostet dort etwa 1 Cent!

Für eine wirtschaftliche Stromerzeugung gibt es in Deutschland realistisch gesehen die folgenden Möglichkeiten:

1. Bau neuer Kohlekraftwerke mit höherem Wirkungsgrad.
Eine Steigerung des Wirkungsgrades um bis zu 20 % (!) ist möglich. Damit Einsparung vom Energierohstoff Kohle, weniger Abgas, weniger Entsorgung.

Haben Sie keine Bedenken wegen CO2. Kohlendioxid ist überhaupt kein Treibhausgas. Daß es keinen Treibhauseffekt haben kann, geht eindeutig aus dem „2. Hauptsatz der Thermodynamik“ (Naturgesetz) hervor.

2. Kernkraft ist wirtschaftlichste Stromerzeugung.
Während die veralteten thermischen Kraftwerke 2,7 kWh Strom aus einem Kilogramm Steinkohle erzeugen, liefern Kernkraftwerke aus 1 Kilogramm Uran 50 000 kWh Strom.

3. Bau neuer Kernkraftwerke mit dem in Deutschland 1958 entwickelten Prinzip des Kugelbettreaktors.

Vorteile:
- Höherer Wirkungsgrad, bessere Nutzung des radioaktiven Energierohstoffs.
- Weiter verbesserter Sicherheitsstandard. Es kann keine Kernschmelze geben.
- Es sind kleinere dezentrale Reaktoren möglich.

Diese und andere Fakten der Energieerzeugung werden in kurzer und leicht verständlicher Form in dem Sachbuch

Energie – was jeder darüber wissen muß

dargelegt. Es sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der für Energie- und Wirtschaftspolitik verantwortlich ist.

Mit freundlichen Grüßen, Gustav Krüger

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